Working Hostel in Ayr

19.2.2018 – 24.3.2018

Vor ein paar Wochen hat es hier sehr viel und sehr stark geregnet. Anfangs nur Nachts und tagsüber hat es dann ab und zu etwas geregnet. Danach hat es auch tagsüber öfters recht stark geregnet. Das war etwas doof, da wir dadurch nicht so viel arbeiten konnten. So wurden manche Arbeitstage spontan abgesagt. Oder man hat gearbeitet, wenn es nicht am regnen war. Die Erde war allerdings teilweise so nass noch vom Vortag, dass wir beim Einpflanzen fast nur durch Matsch gelaufen sind. An einem Tag waren wir nicht sicher, ob wir arbeiten werden oder nicht. Anfangs hieß es, ja, wir arbeiten und fahren um 6:00 Uhr morgens los (immer einer von denen die arbeiten fährt den Bus vom Hostel). Um kurz vor sechs erfahren wir dann, dass wir erst später da sein müssen und erst um 6:30 Uhr losfahren sollen. Also warteten wir die ganze Zeit vorne bei den Bänken bis wir endlich losfahren konnten. Um 6:30 Uhr sind wir dann auch losgefahren. Wir hatten gerade ungefähr die Hälfte des Weges zurückgelegt, da erhalten wir die Nachricht, dass es für heute gecancelt wurde. Also den ganzen Weg wieder zurück. Im Hostel angekommen steht auf der Tafel dann: „Leave again at 7:20 am“ Also wieder einmal warten. In der Zwischenzeit hat es angefangen zu regnen und so richtig hat es auch nicht aufgehört. Zum Glück haben wir nicht all zu lange gearbeitet. Dies allerdings die ganze Zeit in einem leichten Regen.

Am Sonntag dann sollte ich mit noch sieben anderen woanders arbeiten – ebenfalls Wassermelonen einpflanzen. Da es die Tage zuvor nur am regnen war, stand so gut wie alles unter Wasser und es war sehr matschig. Wir mussten teilweise durch knöcheltiefes Wasser gehen, damit wir dort pflanzen konnten. Immerhin war es warm und uns wurde dann nicht kalt. Aber trotzdem hätte man den ganzen Tag über nasse Schuhe und Socken. Und die Schuhe wurden von Reihe zu Reihe immer schwerer durch den ganzen Schlamm.

Meine Schuhe sind immer noch nass von diesem Tag. Und der Farmer dort war nicht gerade freundlich. Reden während der arbeit war ein absolutes „no-go“ und er hat an allem, was man gemacht hat herumkritisiert. Zudem hatte man das Gefühl, dass wir alle in seinen Augen dumm wären und er hat uns jede noch so unwichtige Kleinigkeit erklärt. So hat er zum Beispiel uns anhand eines Loches das er außerhalb der weißen Plastikplane ( die Wassermelonen werden unter der Plane eingepflanzt) gezeigt wie es dann unter der Plane aussieht, wenn man ein Loch in die Erde sticht. War ja nicht so, dass wir alle davor schon mehrfach Wassermelonen eingepflanzt haben. Man kann sogar die Palette mit den ganzen einzelnen Pflanzen falsch in den Händen halten und die Pflanzen falsch rausholen! Aber das schlimmste war, dass wir nicht immer an unsere Wasserflaschen kamen. Unsere Wasserflaschen lagen alle im Auto, das eigentlich auch fast immer am Feld stand. Nur andauernd wenn ich auf der einen Seite war, fuhr das Auto auf die andere Seite. Kurz vor der Mittagspause konnte ich dann endlich etwas trinken. Wir hatten den Farmer sogar einmal gebeten, ob er uns das Trinken ins Feld bringen kann. Er meinte, er macht es, aber hat er nie gemacht. Wir alle waren froh, als dieser Arbeitstag zu Ende war.

Momentan arbeite ich bei einer Farm, die die ganzen Pflanzen für die anderen Farmer vorbereiten. Das heißt, wir arbeiten mit noch ganz kleinen Pflanzen oder pflanzen die Samen ein. Meistens müssen wir schauen, dass in jedem Viereck von der Palette nur eine Pflanze ist und nicht mehrere. Diese Arbeit ist ganz entspannt und die Mitarbeiter sind hier alle sehr nett.

Nach sieben Wochen hier in Ayr haben Marcel und ich beschlossen nun weiter zu reisen Richtung Melbourne. Bis jetzt sieht unser Plan so aus, dass wir die Südküste entlang reisen bis nach Perth. Da wir mit unserem Auto schon über siebentausend Kilometer gefahren sind und eine lange Reise vor uns haben, haben wir unser Auto in einer Werkstatt checken lassen. Dabei ist herausgekommen, dass unsere Batterie aus irgendeinem Grund nicht mehr selbstständig lädt. Die Reparatur und alles weitere wird uns noch mal um die siebenhundert Dollar kosten. Da ist es gut, dass wir in unserer letzten Woche beide noch mal viel arbeiten konnten. Das ist alles etwas ärgerlich – wir vermuten, dass das durch den Aufprall mit dem anderen Auto, welches in unser parkendes Auto gefahren ist und Fahrerflucht begangen hat, passiert ist. Aber jetzt können wir immerhin sicher gehen, dass, wenn wir wieder aufbrechen, alles in Ordnung mit unserem Wagen ist.

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