Fish Creek

18.4. – 15.5.

Am Mittwoch Mittag kamen wir bei unserer HelpX Familie, Roger und Rosemary an. Die beiden sind ein super nettes, altes Ehepaar. Es machte sehr viel Spaß sich beim Abendessen mit ihnen zu unterhalten oder ihnen einfach nur zuzuhören. Wir schliefen in einem kleinem Loft gegenüber von ihrem Haus. Rosemary war eine tolle Köchin und erzählte viel – anders als Roger. Er war eher still aber dennoch war er sehr lustig.

Die Lage von ihrem Haus war wunderschön. Mitten auf einem Berg und man sah die anderen Berge und ganz weit hinten ein Stück Meer (die Gegend dort liegt am südlichsten Punkt Australiens).

Wir haben an fünf Tagen in der Woche im Garten gearbeitet – hauptsächlich Unkraut/Pflanzen ausreißen. Zudem haben wir noch das japanische Bad, welches einen tollen Ausblick auf die Landschaft hatte, komplett eingeölt und Marcel hat die Bambuswand geschliffen. Ab und zu kam der Nachbarshund Sydney uns besuchen.

Die Nachbarn wohnten auf einem größeren Anwesen im sogenannten Church House. An einem Nachmittag waren wir mit Rosemary auch zu Besuch dort und haben uns vorgestellt, weil sie jemanden gesucht haben, der für die Zeit, in der ihre Gärtnerin weg ist, sich um den Garten kümmert. Aber wir haben uns letztendlich dagegen entschieden, da wir die Frau als unfreundlich empfanden. Ihr Mann hingegen war sehr nett und sympathisch.

Leider musste Rosemary direkt am ersten Morgen für zwei Tage nach Melbourne wegen einer Beerdigung. So blieben wir mit Roger alleine. Er nahm uns dann immer zur Mittagspause mit zu einem Strandspaziergang.

Am dritten oder vierten Tag kamen Freunde von Rosemary und Roger, die ein paar Tage dort blieben. Deshalb mussten wir von unserem Loft in ein Zimmer im Haus ziehen. Zwar war dies längst nicht so gut wie das Loft, aber das war in Ordnung.

An unserem freien Tag fuhren wir zum Wilsons Promontory National Park und schauten uns den Whisky Bay und den Picnic Bay an. Zudem nahm uns Rosemary einmal mit in die Stadt und wir schauten uns eine kleine Ausstellung von lokalen Künstlern an.

Während unserem Aufenthalt hat Rosemary ein paar Leute gefunden, die ebenfalls etwas Hilfe im Garten gebrauchen könnten. So hat sie uns an Peter und Katrina vermittelt. Nach einer Woche bei Rosemary fuhren wir nun also zu Peter und Katrina – es waren nur ca. 10-15 Minuten von Rosemary‘s Haus entfernt. Die beiden waren ein Paar mittleren Alters, die zwei Kinder in unserem Alter (der jüngste war 20) haben. Sie hatten ihr Haus noch nicht so lange und besitzen zusätzlich noch ein Haus in Melbourne, in dem die Kinder noch wohnen, da sie in Melbourne studieren. Peter und Katrina fahren jede Woche mindestens für einen Tag nach Melbourne aufgrund ihrer Arbeit etc.

Die beiden hatten zuvor noch nie HelpX oder dergleichen gemacht. Wir bekamen ein Zimmer in ihrem Haus. Das Haus war sehr schön, aber dadurch, dass es halb im Wald lag, war es immer recht kühl dort. Allerdings ging das voll, wenn der Kamin an war. Peters Vorfahren kommen aus Deutschland und er hat oft versucht mit uns deutsch zu sprechen.

Bei ihnen mussten wir ebenfalls – wie fast überall – Pflanzen (Unkraut) ausreißen.

Am zweiten Tag mussten beide nach Melbourne und wir haben dann auf den Hund Ruby und das Haus aufgepasst. Ruby war eine sehr verspielte Hündin und wollte dauernd, dass wir ihr ein Stöckchen oder einen Tannenzapfen, den sie uns dann immer brachte, werfen.

Am nächsten Abend haben wir uns in der Stadt in einer Pizzeria getroffen. Die Pizza dort war mit eine der besten die ich je gegessen hatte.

Am Wochenende kam Rosemary uns morgens besuchen und meinte, dass sie uns wieder bräuchte. So gingen wir wieder mit ihr zu ihrem Haus. Nachdem wir bei Rosemary und Roger angekommen sind, haben die beiden uns zum Mittagessen auf einem Weingut eingeladen. Dort gab es eine leckere Käseplatte und eine Wurstplatte und natürlich Wein.

Bei Rosemary haben wir dann weiter im Garten gearbeitet. Unter anderem haben wir auch vor einem kleinem Schuppen einen kurzen Steinweg gebaut, den wir allerdings ein paar Tage später wieder abbauen mussten, da Rosemary noch Beton übrig hatte. Der ganze Beton wurde für das Fundament eines Anbaus geliefert und Marcel und ich haben Eric – der Typ, der das alles gemacht hat – geholfen, in Schubkarren den Beton rüberzubringen. Am Ende hatten wir noch Beton übrig und da wir den nicht einfach so als Haufen auf dem Rasen liegen lassen konnten, haben wir kurzerhand unseren Steinweg wieder weggemacht, ein bisschen gegraben und den restlichen Beton dorthin gebracht.

An einem Tag nahm uns Rosemary mit zu einem Spaziergang mit ihren Freunden. Wir trafen uns alle am Grundstück einer Freundin und gingen dann los zum Wasser. Beim Weg musste man etwas aufpassen, dass man nicht verloren geht, was uns und ein paar anderen fast passiert wäre, da wir die Leute vor uns aus den Augen verloren haben.

Dieser Ausflug war sehr schön und wir haben uns mit einigen unterhalten. Es stellte sich heraus, dass ein paar schon mal in Deutschland waren, auch, wenn es nur für eine kurze Zeit war.

Inzwischen hatte Rosemary uns wieder an zwei weiter Leute vermittelt, zu denen wir nach vier Tagen bei Rosemary fuhren – ebenfalls ca. 10 Minuten entfernt. Diese beiden – Annie und Margaret (Marg) lebten mitten im Busch. Zwar hatten wir eine eigene kleine Hütte (ein Zimmer), allerdings war es dort so kalt, dass wir mit mehreren Decken und Schlafsack schlafen mussten. Sie hatten zwei Hunde. Einen älteren, dessen Namen ich leider vergessen hatte und einen Welpen namens Teddy oder einfach nur Ted.

Marg und Annie kümmerten sich mit anderen Einwohnern um den Community Garden und die Community Farm – ein großer Gemüse und Kräuter Garten, welcher der gesamten Stadt Fish Creek gehörte und jeder konnte sich davon etwas umsonst nehmen – so viel er wollte. Im Gegensatz dazu half man, wenn möglich, im Garten und der Farm mit. Marg nahm uns an zwei Tagen dazu mit und wir lernten vieles über einen solchen Garten. Da in der Stadt das Tea cosy festival bald anfing, wurde dafür die große Teekanne im Community Garden mit einer Decke eingedeckt.

Dafür war auch ein Reporter da, der für die Lokalzeitung Fotos schoss – auf einem Bild sind wir auch zu sehen.

Leider fing es an dem Tag sehr stark zu regnen und zu stürmen an.

Gegen Abend nahmen uns Annie und Marg mit zu der Film Society. Nachdem ihre Freunde (ein nettes älteres Paar) bei uns angekommen sind und wir gegessen hatten fuhren wir in die Stadt zu dem Gemeindehaus. Dort waren schon Stühle aufgebaut und viele Menschen suchten sich schon einen Platz – einige hatten sogar ihre eigenen Campingstühle mitgebracht. Ein paar Leute kannten wir schon. Ein paar Reihen vor uns saßen auch Katrina und Peter, die auch sogleich zu uns kamen und sich mit uns unterhalten haben. Sie haben uns sogar einen Wein spendiert. Es wurden zwei Filme gezeigt und zwischen den Filmen gab es eine kurze Pause. Der erste Film, the eagle huntress war wirklich gut und sehr interessant. Der zweite Film, Loving Vincent handelte von dem Leben und insbesondere von seinem Tod des Künstlers Vincent Van Gogh. Der Film wurde komplett handgezeichnet ganz im Stiel von Vincent van Gogh, was überaus erstaunlich war.

Rosemary hat uns noch an diesem Tag, als wir uns am Community Garden getroffen haben, mitgeteilt, dass Eric und Serena – ein älteres Ehepaar – ebenfalls unsere Hilfe bräuchte. Dieses Angebot kam uns ganz gelegen, da wir, auch wenn wir Marg und Annie mochten, gefiel es uns bei den beiden nicht so gut und wir beide wurden aufgrund der Kälte krank.

Glücklicherweise war Serena super freundlich (und redete sehr viel) und gestattete uns, uns erst einmal auszuruhen bis es uns körperlich wieder besser ging. Bei Eric und Serena wohnten wir in einen großen Campinganhänger mit Bett, Küchenzeile und Sitzecke, was sehr gemütlich war. Sobald wir wieder fit genug waren halfen wir Serena bei der Gartenarbeit.

Sie hatten einen Hund, Shadow, eine Katze, Big Momma, und Hühner, die mittags immer durch den Garten liefen. Shadow kam öfters zu uns in den Campinganhänger und leistete uns Gesellschaft oder er wollte Ball spielen.

In unserer freien Zeit besuchten wir dann die Strände Waratah Bay und Walkerville.

Nach einer Woche bei Serena und Eric und einem knappen Monat in Fish Creek verließen wir die Region und fuhren die Great Ocean Road.

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